Clean eating oder ich bin ja gar nicht altmodisch

Gestern hab ich wieder mal etwas über clean eating gelesen. Irgendwie geht mir dieses Thema nicht in mein Kopf rein. Ich versteh einfach nicht, warum darum ein solcher Hype gemacht wird und wieso Menschen sich damit profilieren „ich mache clean eating, ich lebe gesund“ 

wenn man sich dann mit ihnen unterhält, dann stelle ich oft fest, dass diese Menschen jahrelang so ungesund gelebt haben, dass sie anscheinend jetzt die Notbremse ziehen wollen.

Da wurden jahrzehnte lang Fertigmischungen gekauft, Tütensuppen gegessen und der Gang zum Fast Food in der Mittagspause war gang und gebe.

Es wurde geraucht und getrunken und man genoss das Leben.

Jetzt ist aber Clean Eating hip und da muss man plötzlich sein Leben umstellen und findet sich ja trendy.

„Ich esse clean“

Es gibt Clean Eating Regeln, die besagen, dass man

  • 2-3 l Wasser am Tag trinken soll,
  • täglich frühstücken
  • 5 bis 6 kleine Mahlzeiten am Tag essen
  • ausgewogene Ernährung mit guten Fetten

Verzicht von

  • künstlichen Zusätzen
  • leeren Kalorien (Weißmehl und Zucker)
  • ungesunde Fetten
  • Alkohol
  • keine Lightprodukte etc

nun sitz ich hier vor meinem Rechner und mache ein blödes Gesicht. Ehrlich gesagt, ein saublödes. Denn ich verstehe es nicht.

ja ich bin ehrlich gesagt zu doof, um den Hype zu verstehen, „Ich esse clean“

Denn was genau ist daran neu. Das stand in den 90ern schon in einer Brigitte-Diät, die ich für meinen damaligen Partner gekocht habe

Die Regeln sind alt, das les ich seit Jahrzehnten, da ist nichts neues dabei, wenn man sich gesund ernähren möchte. Die Verbote ebenfalls.

Ich staune noch immer. Was ist an Clean Eating denn nun anders als meine jetzige Ernährung (Wenn man mal die Schokolade vergisst) Gut ich esse sicherlich auch mal ne Fertigpizza, aber das kommt durchschnittlich 1x im Monat vor.

Ich suche noch immer, was ich in den letzten Jahren anders gemacht habe.

Esse ich etwa clean, ohne es zu wissen?

Ich verzichte komplett auf Glutamat, Zusatzstoffe und Ähnlichem, ich habe gar keine Fertigprodukte und -gerichte zu Hause. Ich verzichte weitestgehend auf Zucker und meine Öle sind alle „gesund“.

Bis ich mich näher mit diesem Phänomen beschäftigt hatte, dachte ich sogar, dass ich , was das Kochen betrifft, altmodisch bin. Es kommen nur frische Lebensmittel auf den Tisch, auf Brot verzichte ich eh meistens, da ich kein Brotesser bin und frühstücke lieber Müsli, meistens auch noch selbst gemischt, da ich dann das drin habe, was ich gerne esse

Aber nein, ich bin ja gar nicht altmodisch, ich bin ja absolut der Hipster, „ich esse clean“. Warum hab ich das nur nicht früher schon gewusst, dann könnte ich jetzt überall mein Essen als Clean Eating posten und hätte tausende von Followern, die meine Rezepte nachkochen würden.

Gestern zum Beispiel, da gab es Rührei mit gutem Olivenöl, Pfeffer,Ppaprika und Frühlingszwiebeln. Nur Gesundes und so koche ich ja immer. Frisch aus dem Kühlschrank.

Ich Dummerchen, ich esse clean ohne es zu wissen, allerdings habe ich mir darüber die letzten 20 Jahre gar keine Gedanken gemacht, denn ich esse altmodisch, Fertigprodukte jeglicher Art werdet ihr bei mir nicht finden.

An alle die nun denken, clean eating sei was Besonders und Gesundes, gerade habe ich ein CleanEating Mikrowellenrezept gefunden, aber kann das gesund sein? Viele Clean Eater rauchen, trinken Alkohol oder nutzen Obst und Gemüse aus fernen Ländern, prima, ich esse clean, aber die Beschaffung meiner Nahrung, meist Superfood, ist alles andere als Nachhaltig und verschmutzt unsere Umwelt. Hauptsächlich mit regionalen und saisonalen Produkten zu kochen, wäre ja nicht hip genug und geht auch für clean Eater nicht, denn viele müssen ja dem Trend des Superfoods nacheilen, obwohl dieser meist nur eotische Früchte beinhalten, ohne die „Superfood“ Europas zu kennen

Süßkartoffeln sind so ein Beispiel, der absolute Trend, nur kommt diese Kartoffel hauptsächlich in USA vor, inwieweit sie bereits hier in Deutschland angebaut wird, weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, vieles wird hierhergeschfft und da frag ich mich wie man dies mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass man auf der einen Seite clean isst, aber auf der anderen Seite die Umwelt dermaßen verpestet, indem man auf regionales Essen verzichten

Insofern find ich den ein oder anderen Cleaneater etwas schizophren. ich esse gesund, aber die Beschaffung der Nahrungsmittel ist umweltschädigend

In diesem Sinne… überlegt Euch gut, was ihr esst, aber bedenkt, clean eating ist ganz normal kochen, so wie man das unsere Vorfahren vor 100 Jahren auch gemacht haben und von denen hat keiner überlebt.

 

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2 Gedanken zu “Clean eating oder ich bin ja gar nicht altmodisch

  1. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. EIgentlich ist doch egal, wie es heißt. Hauptsache die gesunde Ernährung ist auch beim Letzten angekommen.
    Unbedingt stimme ich Dir zu, dass exotische Produkte, wie Süßkartoffeln mit Verstand in unserer Küche verwendet werden sollten. Und wenn man den Verstand denn einsetzt, dürfte man Süßkartoffeln aus den von Dir beschriebenen Gründen eigentlich nicht mehr verwenden wollen.

    Gefällt 1 Person

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