H&M Werbekampagne

Sehr geehrter Herr Botang,

eins vorab:

es interessiert mich nicht, welche Sportart sie betreiben, ich müsste erst einmal nachschauen, für welchen Verein Sie überhaupt spielen.

Es ist mir egal, für welches Land sie welche Meisterschaften gewinnen – ich würde sie noch nicht einmal erkennen, wenn sie im Flugzeug neben mir sitzen. Ich würde gar keinen Fussballer erkennen, und fürs Protokoll, damit man mir keinen Rassismus unterstellen kann, ich würde gar keinen Sportler erkennen. Sicherlich Sie sind namentlich bekannt, aber da ich zu den Menschen gehöre, die nicht verstehen können, warum ein Fussballer mehr Geld verdient als ein Herzchirurg, gehöre ich auch zu den Menschen, an denen ein Fussballer nie etwas verdienen würde, mein TV bleibt während jeglicher Spiele aus, bzw ich vermeide sämtliche Sportsendungen

Aber nun zum eigentlichen Thema

 

Die Welt schrie heute wieder einmal wegen Pseudo-Rassismus auf:

Ihre Aussage, H&M hätte rassistisch gehandelt ist einfach lächerlich. Haben Sie etwas anders gesehen als ich? Ist es nicht gewünscht, dass wir nicht mehr in schwarz oder weiß denken, sondern nur den Menschen an sich sehen. Mit Ihrem Verhalten haben sie den Rassismus gerade wieder geschürt.

Ein Kind trägt ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Coolest Monkey in the Djungle“

Das ist das, was ich gesehen habe. Mehr nicht. Ich habe weder auf Haar-, noch auf die Hautfarbe oder auf das Alter des Kindes geachtet. ich habe nur gesehen, dass es ein süßer kleiner Knopf war.  Ob der Knopf nun aus ebony oder ivory, ist ist mir doch egal. er war zum Knuddeln

Sie mit ihren schlechten Erfahrungen, die sie ihrer Kindheit wohl  gemacht haben müssen, mussten direkt aufschreien, denn sie haben nicht  liberal  ein Kind gesehen, sondern sie haben sehr rassistisch gedacht nur Haut- und Haarfarbe gesehen

Rassismus entsteht im Kopf, in dem man Dinge schlechter sieht, als sie tatsächlich sind

Vielleicht sollte ich sie erst einmal aufklären, was  überhaupt der Hintergrund des Spruches ist:

Little Monkey oder nur Monkey, ist in den USA ein weiterverbreiteter Kosename, den Mütter ihren spielenden und kletterfreudigen Kleinkindern geben. Egal ob Mädchen oder Junge, da ist es auch Wurscht, welche Hautfarbe das Kind hat. Mein kleines Äffchen ist liebevoll gemeint, aber das muss man natürlich auch verstehen.

Hier geht es nicht um den schwarzen Schimpansen, mit dem sie wohl die Aussage assoziieren, sondern um das Spiel- und Kletterverhalten von kleinen Kindern und kleinen Äffchen, die sich sehr ähneln und da ist es egal, ob es sich um den genannten (schwarzen) Schimpansen oder ein (helles)  Kapuzineräffchen handelt. Wobei ich ja als Kind immer nur Kontakt zu Kapuzineräffchen hatte und daher ich  Affen interessanterweise nicht mit schwarz assoziiere. Ob das nun wieder rassistisch dem Schimpansen gegenüber ist, weiß ich nicht. ist mir auch egal

„the coolest monkey in the djungle‘  ist ein gängiger Spruch.  Ein Kompliment.

Dies nicht zu sehen , ist schon eine Schande an sich, aber H&M nun Rassismus vorzuhalten, ist ( meine Meinung – lächerlich) Es wäre  in Ihren Augen folglich durchaus in Ordnung gewesen, ein blondes Kind mit dem T-Shirt abzulichten und zu veröffentlichen? Man darf also ein blondes Kind als Affen betiteln, ein schwarzes aber nicht?  bzw in den Dschungel (den es ja nicht nur in Afrika gibt) schicken? Oder denken Sie, dass Menschen mit dunklerer Hautfarbe etwas Besonders sind und man sie daher mit Glacéhandschuhen anfassen muss. Blöde Sprüche erlaubt, aber nicht gegen eine andere Hautfarbe?

Wie hätten Sie denn reagiert, wenn ein blonder weißer Junge das T-Shirt getragen hätte? Hätten Sie H&M dann unterstellt, rassistisch zu sein, da es kein schwarzer Junge trägt? Ehrlich gesagt, bei dem Gutmenschengetue unserer Zeit kann man jede Handlung als rassistisch sehen.

Oder wäre es ihnen dann egal gewesen, obwohl ich als blonde Frau, die bei Affen erst an Kapuzineräffchen denkt, hätte beleidigt sein können.

Ich räume ein, sicherlich wurde ich als Kind nie zurück in den Dschungel „aus dem ich komme“ zurückgeschickt, aber ich habe als Blonde Frau sicherlich genauso viel Rassismus erlebt, wie sie es erlebt haben. Wenn nicht sogar noch mehr.  selbst an manchen Orten auf unserer „weißen“ Nordhalbkugel wurde ich immer angestarrt, als sei ich die einzige Blondine in SchwarzAfrika, und nein, es ist nicht rassistisch, aber in Schwarzafrika sind nun einmal die Mehrheit der Menschen schwarz, so wie sie hier weiß sind.

 

Sehr geehrter Herr Boateng,

für mich sind Sie der grössere Rasstist von uns Beiden, denn sie denken noch in Farben und nicht in Menschen. Hätten sie und der Rest der Gutmenschen nichts gesagt, dann wäre niemandem aufgefallen, was sie gesehen haben, ich wette, 90% haben nur das gesehen, was ich gesehen habe

Einen kleinen süßen Jungen mit einem lustigen Spruch auf dem T-Shirt

 

 

und ganz ehrlich, wenn sich jemand über dieses Foto aufregen darf, dann sind es wohl die Eltern des Kindes.

 

 

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11 Gedanken zu “H&M Werbekampagne

  1. Ich hab die ganze Sache gar nicht verfolgt, man kann halt Gespenster sehen wo es keine gibt. Im TV hab ich nur den Herrn Boris Becker gesehen wie er sich darüber aufgeregt hat. Er bzw seine Kinder müssen es ja nicht tragen. Wem es nicht passt kann ja wegsehen 😉
    Lg Steffi

    Gefällt 1 Person

    • ja wenn Herr Becker sich aufregt, dann bin ich natürlich beeindruckt. *Ironie*. im Prinzip kann man immer Gespenster sehen, wenn man es drauf anlegt, da hast du vollkommen recht LG sigrun

      Gefällt mir

  2. Es gibt wirklich schlimmeres…aber die Aufregung darüber kann ich nachvollziehen… die Gesellschaft wird gerade wieder rauher und härter gegenüber Andersdenkenden und Andersaussehenden … das kam halt ganz kurz nach dem Halbneger-Ausspruch von der AFD…

    Gefällt 1 Person

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