Zeitarbeit – was hinter Equal Pay wirklich steckt..

April 2018! Ich bin nun im 10 Monat bei meinem Unternehmen eingesetzt und daher steht mir Equal Pay zu. Equal Pay bedeutet gleicher Lohn. Dasselbe zu verdienen, wie ich es würde, wäre ich fest angestellt.

Ich bekomme KM-Geld, lächerliche 26€ vermögenswirksamer Leistung, und ein stattliches Gehalt. Könnte man jedenfalls denken, denn zwischen Zeitarbeitslohn und Festanstellung sollte ja ein Sprung von einigen 100€ drin sein.

Dachte ich.

Dachte ich falsch.

Equal Pay heisst für mich, gerade einmal 94€ netto mehr zu verdienen.

Fakt ist, dass ein Entleiher sich nicht die Mühe machen wird, nachzuprüfen, ob die Angaben bei einem nicht vergleichbaren Stammmitarbeiter wirklich stimmen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich selbst mit fachbezogenem Studium, entsprechender Qualifikation und Berufserfahrung ganze €180 brutto/€95 netto mehr verdiene, wie ich es zuvor ohne Equal Pay bekommen habe und das ist wirklich sehr unwahrscheinlich, da bei Equal Pay noch Vermögenswirksame Leistungen, km-Geld etc dazugerechnet werden.
Welche Instanz überprüft, dass die Angaben des Arbeitgebers stimmen? Denn das dies hier sehr ominös ist, kann nun keiner bestreiten. Wahrscheinlich wurde ich als Berufsanfänger mit einfacher kaufmännischer Ausbildung eingestuft und nicht als Fachwirt mit berufsspezifischen Studium und jahrelanger Berufserfahrung.
Insofern ist auch die Gesetzeserneuerung nur eine Phrase

Es sind gerade mal 180€ mehr, die ich angeblich festangestellt arbeiten würde. Ein Gehalt, das ich bereits vor 15 Jahren bekommen habe – als Festangestellte mit einem fachbezogenem Studium wirklich sehr wenig.

Da es aber meine Stelle gar nicht gibt, man also nicht mit Stammpersonal vergleichen kann, sondern nur für diesen Ausnahmefall kreiert wurde, kann man gar nicht genau sagen, ob dies nun das tatsächliche Gehalt ist oder nicht.

Hier sind wir am eigentlichen Problem, denn wenn nun die Zeitarbeit verpflichtet ist, ab dem 10 Monaten gleichen Lohn zu zahlen, den man als Festangestellter bekommen würde, frag ich mich, wer kontrolliert das? Welche Instanz kann nun sagen, dass ich wirklich so wenig verdienen würde, wäre ich dort festangestellt? Würde man mir bei einem Einstellungsgespräch dieses Gehalt nennen, würde ich tatsächlich fragen, ob mein mich beleidigen wollte?

Vom Gehalt her stehe ich wohl als Bürokauffrau da. Aber eine, die gerade einmal 2-3 Jahre Berufserfahrung hat.

Meine Berufsausbildung ist jedoch nicht Bürokauffrau sondern ich habe ein fachspezifisches Studium, dessen Inhalte in meinem Job zum Tragen kommen, Es gibt niemanden mit entsprechender Position in meinem Unternehmen,

Da es nun aber keinen vergleichbaren Stammmitarbeiter gibt, wird mir nun das Gehalt angeboten, dass man einem Bewerber auf dem freien Arbeitsmarkt anbieten würde.  Da nun das Gehalt, dass ich nun im April bekomme, ein Einstiegsgehalt ist, für Berufsanfänger  gedacht, ich bin aber kein Berufsanfänger, ich arbeite seit 15 J im Bereich Marketing und auch im grafischen Bereich, in dem ich momentan tätig bin. Früher zwar auf der Kundenseite aber die Kenntnisse habe ich trotzdem

Den Job, den ich gerade erledige, könnte ich ohne Vorkenntnisse gar nicht machen bzw würde mir als kaufmännische ausgebildete Kraft sehr viel Wissen fehlen. Wenn ich mich mit Freunden über meine Tätigkeit unterhalte, verstehen die meisten nur Bahnhof.

Diese Fachkenntnisse sind ganze €180 brutto mehr wert. wäre ich festangestellt und für sowenig Gehalt würde ich festangestellt nicht arbeiten.

 

 

 

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