Überlebensregeln am Filmset – Komparse

Bei einem Dreh im September 2014 war ein junges Mädel dabei, dass zum ersten Mal als Komparse gearbeitet hat. An diesem Tag entstand die Idee, einen Komparsenführer zu schreiben.
„Was muss man als Komparse beachten?“

1. Pünktlich sein.
Zeit ist kostbar und die Komparsenagentur hat sicherlich seinen Grund, einen so früh auf die Piste zu schicken, auch wenn es für den Komparsen nicht ersichtlich ist, so hat es im Hintergrund für die Organisation sicherlich seine Gründe, warum man 2h vor dem Dreh erscheinen muss

2. Geduld
Auch wenn man pünktlich vor Ort war, kann es sein, dass man erst Stunden später eingesetzt wird. Es ist immer sehr schwer einsehbar, wie lange die einzelne Szene dauert, je nachdem, wie schnell Kameramann, Tontechniker und die Regie mit allem zufrieden sind und da kann schon der kleine Flieger am Horizont stören oder ein vorbeifahrendes Fahrzeug, nicht immer liegt es am Versprecher des Schauspielers

3. Vorbereitet sein.
Bankdaten und Sozialversicherungsnummer müssen angegeben werden und die sollten griffbereit sein, damit die Abrechnung schneller bearbeite werden kann. Zwar kann man diese Daten nachreichen, aber warum dem Sachbearbeiter Arbeit schwerer machen als notwendig ist.

4. Disziplin. Disziplin, Disziplin
Das A und O am Set. Wenn der Regieassistent Ruhe sagt, ist Ruhe gemeint, nicht flüstern, nicht kruscheln nicht irgendetwas anderes tun, sondern RUHIG sein.

5. Sprungbereitschaft
Sehr wichtig, man muss sofort verfügbar sein, wenn der Regieassistent einen zur Aufnahme ruft. Nicht noch schnell dieses oder jenes weglegen oder das Gespräch zu Ende führen, Nein, wenn es heisst. JETZT, dann heisst das JETZT und nicht in 5 Minuten

6. Essen und Trinken – die Erste
Mittagessen wird fast immer gestellt, Trinken in Form von Wasser und manchmal Kaffee ist auch ganztags zu haben, aber wer früh aufsteht, muss auch essen und daher sollte man sich immer einen kleinen Snack mitnehmen, vor allem, da es ja auch der Fall sein kann, dass man zwischendurch Hunger hat.

6. Essen – die Zweite
Mittagessen bedeutet, erst die Crew, dann der Rest. In diesem Fall gibts immernoch genug zu Essen und zwar dasselbe für alle
oder, die Crew bekommt erstklassiges Catering, die Komparsen zweitklassisches, da kann es schon passieren, dass die Komparsen „nur“ Nudelauflauf bekommen.
und, die Crew und die Komparsen sitzen getrennt, egal, ob man da jemanden kennt oder nicht.
Das ist ungeschriebenes Gesetz, aber man darf nicht vergessen, das wir als Komparsen nur einen Tag vor Ort sind und die Crew oft tagelang unterwegs ist und das ihr einziges Essen am Tag ist. Sie kommen weit vor uns am Set an und bauen auf, und bauen noch immer ab, wenn wir schon lange unsere Gagenscheine abgegeben haben. Gut, zugegebenermaßen, abbauen geht bei denen immer fix 🙂 ausserdem zahlt die Crew für ihr Essen, Wir nicht

7. Selfie mit den Darstellern
Nicht wirklich erwünscht, vertraglich ist es sogar verboten, Bilder auf social Networks zu veröffentlichen.
Ebenfalls verständlich, wenn bei einem Film mit ca. 100 Komparsen jeder mit dem Hauptdarsteller ein Foto haben möchte, würde man ja nie fertig werden. Manche Darsteller mögen es gar nicht, andere machen es sehr gerne.

8. Kostüm- und Maskenbildner
Es wird immer gebeten, mehrere Outfits mitzubringen, die Castingagentur sagt dann genau Bescheid, was sie haben wollen, mehrere Hosen, Schuhe, Schmuck, Taschen, Oberteile etc. Vor Ort kommt dann die Kostümbildnerin und sucht nach ihrer Vorstellung aus, was man tragen soll. Hier geht es auch nicht darum, die Hübscheste und Stylischste zu sein, sondern sich dem Film anzupassen. Als Patientin läuft man nun mal in Jogginghose rum und nicht im kleinen Schwarzen.
Beim makeup sieht es genauso aus. Sollte man zur Maskenbildnerin müssen, so trägt man die Haare so, wie sie es passend findet und das Make-up ist eventuell nicht so, wie man sich selbst schminkt, aber die Maskenbildnerin weiß schon, warum sie einen so schminkt, wie man danach aussieht.
Hier gehört absolutes Vertrauen zur Pflicht.

 

tbc

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